November 19, 2025 at 07:02 PM

Trump deutet mögliche Gespräche mit Maduro an, während die USA den militärischen Druck erhöhen — und bezeichnen „Cartel de los Soles“ als Terrorgruppe

Trump deutet mögliche Gespräche mit Maduro an, während die USA den militärischen Druck erhöhen — und bezeichnen „Cartel de los Soles“ als Terrorgruppe

Präsident Donald Trump sagte, die Vereinigten Staaten „könnten einige Gespräche führen“, selbst während Washington einen großen Truppenaufbau in der Karibik ausweitet und Schritte unternimmt, das mit Venezuela verbundene „Cartel de los Soles“ als ausländische terroristische Organisation einzustufen — ein Doppelstoß, der sowohl einen diplomatischen Ausweg als auch einen Weg zu schärferer Zwangsausübung eröffnet. [1]

  • Neu heute (17. Nov. 2025): Trump brachte mögliche Gespräche ins Spiel; das Außenministerium bereitet eine formelle FTO‑Einstufung des „Cartel de los Soles“ vor, das US‑Beamte angeblich mit Maduro in Verbindung bringen. [2]
  • Warum das wichtig ist: Eine FTO‑Kennzeichnung zieht weitreichende strafrechtliche Verbote der „materiellen Unterstützung“ und finanzielle Beschränkungen nach sich — und könnte zur Rechtfertigung einer härteren kinetischen Haltung dienen — während Gespräche eine Entspannung einer Konfrontation bewirken könnten, die lateinamerikanische Regierungen alarmiert hat. [3]
  • Hintergrund: Die Trägerkampfgruppe USS Gerald R. Ford traf letzte Woche in der Region ein, während US‑Streitkräfte seit September mehr als 20 tödliche Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote durchgeführt haben. [4]

Was sich geändert hat — und warum das wichtig ist

Bei einem Gespräch mit Reportern am 16. Nov. sagte Trump: „wir könnten einige Gespräche führen mit Maduro“, eine bemerkenswerte Kehrtwende nach Wochen des Säbelrasselns und eines raschen US‑Truppenaufbaus, der als Drogenbekämpfung dargestellt wird. Der Kommentar fiel am selben Wochenende, an dem Spitzenbeamte eine FTO‑Einstufung des Cartel de los Soles ankündigten, das die USA angeblich unter der Führung Madurós sehen — eine Behauptung, die er bestreitet. [5]

Wichtiger Wendepunkt: Die Regierung kombiniert eine potenzielle diplomatische Öffnung mit eskalierenden rechtlichen und militärischen Mitteln (FTO‑Einstufung + Trägereinsatz), wodurch Washington Hebelwirkung erhält, während Kongress und Region auf die Probe gestellt werden. [6]

Die militärische Lage: von Abfangaktionen zu einer Zwangspräsenz

Das Pentagon hat Vermögenswerte in den Verantwortungsbereich des US Southern Command verlegt, darunter die Trägerkampfgruppe USS Gerald R. Ford. Venezuela reagierte, indem es etwa 200.000 Soldaten in Alarmbereitschaft versetzte. Während US‑Beamte die Mission als Drogenbekämpfung darstellen, hat das Ausmaß Bedenken geweckt, dass sich dies in Richtung direkter Aktionen innerhalb Venezuelas verschieben könnte. [7]

Am 16. Nov. teilte das Verteidigungsministerium mit, US‑Streitkräfte hätten ein weiteres mutmaßliches Drogenboot im östlichen Pazifik angegriffen — mindestens der 21. Schlag seit Anfang September — und unterstreichen ein operatives Tempo, das nach US‑Briefings, wie große Medien berichteten, mehr als 80 Menschen das Leben gekostet hat. [8]

Ankunft des Trägers

Die USS Gerald R. Ford verlegte am 11. Nov. in die Karibik und markierte damit die größte US‑Marinepräsenz in der Region seit Jahrzehnten. [9]

Anzahl der Angriffe

Mindestens 20–21 tödliche Bootsangriffe seit September; der jüngste wurde am 16. Nov. im östlichen Pazifik gemeldet. [10]

Venezolanische Haltung

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López ordnete eine breite Mobilmachung an; Caracas bezeichnet die US‑Präsenz als Bedrohung der Souveränität. [11]

Öffentliche Meinung

Nur 29% der Amerikaner unterstützen das Töten mutmaßlicher Schmuggler ohne gerichtliche Aufsicht; 51% sind dagegen. [12]

Die FTO‑Einstufung: Was sie bewirkt — und was nicht

Außenminister Marco Rubio hat angekündigt, die USA würden das „Cartel de los Soles“ als ausländische terroristische Organisation einstufen. Nach 8 U.S.C. §1189 und 18 U.S.C. §2339B kriminalisiert diese Kennzeichnung „materielle Unterstützung“ für die Gruppe, erweitert die Einwanderungskonsequenzen und erleichtert Vermögenssperren — sie ist jedoch nicht von sich aus eine Genehmigung zum Krieg. [13]

FTO‑Einstufung (8 U.S.C. §1189) Unilaterale Militäroperationen
Stellt „materielle Unterstützung“ (Geld, Dienstleistungen, Ausbildung) für die Organisation unter Strafe (18 U.S.C. §2339B); Banken und Plattformen verschärfen die Compliance. [14] Erfordert verfassungs‑ und gesetzliche Befugnis; ohne eine spezifische AUMF beruft sich das Weiße Haus auf Artikel II und Theorien des Kriegsvölkerrechts — im Kongress umstritten. [15]
Unterstützt Sanktionen und Einwanderungsbeschränkungen; signalisiert hohen diplomatischen Druck. [16] Löst Fragen nach den Kriegsvollmachten aus; der Senat lehnte knapp eine Resolution ab, die Trumps Spielraum gegenüber Venezuela einschränken sollte. [17]
Ermächtigt nicht eigenständig zum Einsatz von Gewalt. [18] Erhöht das Risiko einer Eskalation und regionaler Gegenreaktionen. [19]

Regionale Gegenreaktionen und diplomatisches Risiko

Staats- und Regierungschefs in Lateinamerika haben sich gegen den Ansatz Washingtons gestellt. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro setzte die Geheimdienstzusammenarbeit wegen der Bootsangriffe aus und bezeichnete diese als mögliche extralegale Tötungen, während Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu Vermittlung aufrief und vor einer US‑„Bodeninvasion“ warnte. [20]

Der militärische Aufbau — offiziell als Drogensbekämpfung gerechtfertigt — hat in regionalen Hauptstädten und bei internationalen Völkerrechtsexperten Bedenken hinsichtlich Verhältnismäßigkeit und Zuständigkeit hervorgerufen; einige warnen, dass „gegen Kartelle“ gerichtete Schläge in eine erpresserische Politik zur Regime‑Change‑Erzwingung umschlagen könnten. [21]

Kongressuelle Prüfung und der Kampf um Kriegsvollmachten

Am 6. Nov. lehnte der Senat knapp eine Resolution zu den Kriegsvollmachten ab, die Trumps Fähigkeit einschränken sollte, Venezuela ohne Genehmigung anzugreifen — ein Ergebnis, das parteiübergreifende Besorgnis widerspiegelt, aber nicht genügend Stimmen, um das Weiße Haus zu beschränken. Die Initiatoren Tim Kaine, Adam Schiff und Rand Paul kündigten an, das Thema weiterhin voranzutreiben. [22]

„Die Exekutive hat nicht die Befugnis, willkürlich irgendjemanden, überall, zu jeder Zeit und aus jedem Grund zu töten“, argumentierte Sen. Rand Paul auf dem Senatsplenum — eine Ansicht, die in der Kammer unterlag, aber anhaltenden Widerstand signalisierte. [23]

Strategie im Weißen Haus: Zuckerbrot und Peitsche

Die heutige gemischte Botschaft — Gespräche in Aussicht stellen, während rechtlicher und militärischer Druck erhöht wird — spiegelt eine breitere Trump‑Strategie wider: maximalen Druck mit einem möglichen diplomatischen Ausweg koppeln. Die Regierung stützt ihre Haltung zudem auf frühere Exekutivmaßnahmen, die Venezuela mit grenzüberschreitender Kriminalität verbinden (z. B. Zölle in Verbindung mit venezolanischem Öl und terrorismusbezogene Einstufungen) und rahmt die aktuelle Kampagne als national‑sicherheitsgetrieben statt als Demokratie‑Förderung. [24]

Wie Maduro reagiert

Maduro hat die US‑Vorwürfe zurückgewiesen, Truppen mobilisiert und den Aufbau als Bedrohung der venezolanischen Souveränität dargestellt. Er hat zeitweise Dialogbereitschaft signalisiert — eine Haltung, die Trump offenbar zu testen bereit ist. [25]

Worauf man als Nächstes achten sollte 🧭

FTO‑Papierkram und Timing

Die formelle Mitteilung des Außenministeriums und mögliche Prüfzeiträume durch den Kongress für die Einstufung des Cartel de los Soles. [26]

Operationelles Tempo

Ob sich die maritimen Angriffe fortsetzen oder auf Landziele ausweiten — und ob die Präsenz der Ford‑Trägergruppe demonstrativ bleibt oder operationsrelevant wird. [27]

Widerstand auf dem Hill

Erneute War‑Powers‑Initiativen nach der jüngsten Abstimmung; Aufsichtsforderungen nach rechtlichen Begründungen und Bewertungen der Angriffe. [28]

Öffentliche Meinung

Umfragen zeigen begrenzte Unterstützung für tödliche Angriffe ohne gerichtliche Kontrolle; ein weiterer Vertrauensverlust könnte die politischen Handlungsspielräume einschränken. [29]

Rechtlicher Kontext: Befugnisse und Einschränkungen

FTO‑Einstufungen laufen über 8 U.S.C. §1189 und lösen die „materielle Unterstützung“‑Verbote des 18 U.S.C. §2339B aus, ein Regime, das wiederholt von Bundesgerichten bestätigt wurde. Aber Einstufungen ersetzen nicht die spezifische Autorisierung zur Anwendung militärischer Gewalt — die derzeit die Grenze ist, die die War‑Powers‑Debatte im Kongress antreibt. [30]

Die Regierung hat zudem argumentiert, die Angriffe fielen unter die Artikel‑II‑Befugnisse des Präsidenten und das Recht der bewaffneten Konflikte gegen „Narco‑Terroristen“, eine Begründung, die auf Widerstand von Gesetzgebern und einigen Verbündeten gestoßen ist, die sowohl die Dringlichkeit als auch die Zielkriterien infrage stellen. [31]

Best‑case‑Szenario

Stille US‑Venezuela‑Gespräche führen zu De‑Escalationsschritten (z. B. Strafverfolgung gegen Kartelle, Kooperation bei Abfangmaßnahmen), sodass Washington die Trägerpräsenz ohne politischen Preis verringern kann. [32]

Worst‑Case‑Szenario

Die FTO‑Einstufung verhärtet Positionen; eine Fehleinschätzung eskaliert zu Angriffen innerhalb Venezuelas, spaltet die regionale Unterstützung und löst einen langwierigen, nicht autorisierten Konflikt aus. [33]

Wahrscheinlichste kurzfristige Entwicklung

Gezielter Druck wird fortgesetzt — maritime Angriffe plus sichtbar hohe Einsätze — während Washington testet, ob Gespräche Zugeständnisse erzwingen können, ohne Maduro Legitimität zu verleihen. [34]

Fazit

Die Regierung setzt auf Absicherung: Sie signalisiert Gesprächsbereitschaft und schafft gleichzeitig rechtliche und kinetische Voraussetzungen, die Eskalationsoptionen offenhalten. Ob der Kongress, US‑Verbündete in der Hemisphäre und die öffentliche Meinung in den USA dieses Gleichgewicht tolerieren, wird die nächsten Schritte bestimmen — und entscheiden, ob der 17. Nov. den Beginn einer De‑Escalation markiert oder nur eine weitere Eskalationsstufe. [35]

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Referenzen

reuters.com

justice.gov

washingtonpost.com

theguardian.com

military.com

apnews.com

whitehouse.gov

politico.com

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Wir sind Analysten, Forscher und Schriftsteller, die davon besessen sind, Politik verständlich zu machen. Erwarten Sie evidenzbasierte politische Analysen, Umfrageanalysen und klare Erklärungen komplexer Regierungsmaßnahmen.

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